22. Februar 2023 | Digital Fitness

Kommunikation von Veränderungsinitiativen und Transformationsvorhaben: Warum sind viele Wiederholungen so wichtig?

Für erfolgreiche neue Initiativen und Veränderungsvorhaben ist eine gute Kommunikation ein entscheidender Erfolgsfaktor.

In der Kommunikation solcher Vorhaben und neuer Initiativen, die viele Mitarbeitende betreffen (sollen), kommt es jedoch immer wieder zu Überraschungen und viele Informationen, die eigentlich verteilt wurden, scheinen einfach nicht anzukommen. Woran liegt das und was können wir dagegen tun?

Kurz gesagt: Mehr Wiederholungen! Das klingt einfach, doch wir reden hier von wirklich vielen Wiederholungen, die nötig sind, damit die Kommunikation funktioniert. Warum ist das so?

Halten wir uns zunächst vor Augen, dass sehr viele – wenn nicht gar alle – Mitarbeitenden bereits Erfahrungen mit verschiedenen neuen Projekten, Initiativen oder anderen angekündigten Veränderungen haben. Nicht alle davon haben wirklich funktioniert, sondern Vieles wurde vielleicht groß angekündigt, ist aber später im Sande verlaufen oder hat kaum Auswirkungen gezeigt. „Jetzt wird halt wieder eine neue Sau durch das Dorf getrieben“. „Die brauchen halt mal wieder eine neue Geschichte“ oder auch „da muss sich halt mal wieder eine:r hervortun können“ sind dann halt die typischen Sprüche, die man dann so hört. Es fehlt hier also insbesondere an Glaubwürdigkeit – bedingt durch die bereits gemachten Erfahrungen.

Das ist auch keine Überraschung, denn vieles wurde ja tatsächlich deutlich größer angekündigt als gemacht oder eben später nicht konsequent umgesetzt. Von daher ist es nur verständlich, dass nicht alle Dinge sofort als relevant bewertet werden. Abwarten ist zunächst mal die Devise.

Die ersten 10 Wiederholungen werden also keine Wirkung zeigen  – „das geht schon an mir vorbei – wie vieles andere auch“. Oft wird in dieser Phase auch die Information als Ganzes einfach negiert. „Davon wusste ich nichts, davon habe ich noch nie gehört“-. Und dies, obwohl bereits 3 Ansprachen und 5 Mails zum Thema (belegbar) vorhanden sind.

Wenn 10 Wiederholungen keine Wirkung entfalten, müssen es also deutlich mehr sein, um eine Wirkung zu erzielen.

Mit 11-25 Wiederholungen können wir die Glaubwürdigkeit unterstreichen und so eine erste Auseinandersetzung in Gang bringen. Hier entsteht der Eindruck, dass sich wirklich etwas tut und damit auch ein erstes echtes Interesse, sich damit zu beschäftigen. Dafür sollte es dann in dieser Phase nicht nur bloße Wiederholungen, sondern auch verschiedene Angebote geben, die Auseinandersetzung zu stützen. Dies können auch Lern-, Ausprobier-, oder Entdeckungsangebote von bestimmten Teilen des Neuen sein, in denen die notwendigen Wiederholungen eingebunden sind. Allerdings sollten wir in dieser Phase nicht überrascht sein, wenn diese Angebote nur sehr zaghaft oder nur von wenigen angenommen werden. Das macht nichts – es wird trotzdem eine Wirkung entstehen.

Mit 26-50 Wiederholungen kommen wir dann an einen Punkt, wo die Glaubwürdigkeit wirklich da ist und sich wirklich etwas tut. Hier entstehen dann erste Umsetzungen und Erfolge.

Müssen es wirklich 50 Wiederholungen sein? Ehrlich gesagt, keine Ahnung. Ich bin jedoch sicher, dass es wirklich viele sein müssen. Es ist ein klarer Zusammenhang zwischen der Intensität der Kommunikation und dem nachhaltigen Erfolg solcher Vorhaben zu erkennen, der Tag für Tag aufs Neue belegt wird.

Ist das nicht viel zu anstrengend? Ja, es ist anstrengend, aber es lohnt sich. Und zum Glück stehen uns heute ganz viele Möglichkeiten zur Kommunikation offen: Wir müssen nicht immer darüber sprechen; wir müssen uns dafür auch nicht immer treffen.

Wir können vielfältige, digital unterstützte Formate nutzen und die Kommunikation so abwechslungsreich gestalten, dass die Wiederholung gar nicht mehr im Vordergrund steht. Dabei können wir heute starke Anwendungen nutzen, die den Aufwand deutlich reduzieren. Im nächsten Teil gibt es ein paar Beispiele dafür, wie wir mit unterschiedlichen Formaten und Medien intensiv, oft widerholt und mit vertretbarem Aufwand kommunizieren können.

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