10. März 2023 | Digital Fitness

Kommunikation von Veränderungsinitiativen und Transformationsvorhaben Teil 2: Wie wir abwechslungsreich, wiederholt und intensiv kommunizieren können.

Im ersten Teil zum Thema haben wir festgestellt, dass eine hohe Intensität der Kommunikation und eine hohe Anzahl von Wiederholungen der Inhalte wichtig sind, um eine Wirkung zu erzielen und nachhaltige Veränderungen zu erreichen. Natürlich stellt sich dann die Frage, wie das konkret machbar wird, ohne dass wir besonders viel Geld oder Zeit in die Hand nehmen müssen. Zudem ist es auch so, dass einfache Wiederholungen in der gleichen Form auch nicht wirklich helfen – die sind ja eigentlich nur langweilig.

In diesem Teil geht es daher um verschiedene Beispiele und Möglichkeiten, vielfältig, abwechslungsreich und intensiv zu kommunizieren, ohne dabei zu große Aufwendungen tragen zu müssen. Ich habe hierfür mal drei Gruppen gebildet:

  1. Das Gespräch
  2. Die Medien
  3. Die Aufgaben

Das Gespräch

Auch in digitalen Zeiten sollte das persönliche Gespräch natürlich nicht vernachlässigt werden.

Andererseits hat das persönliche Gespräch – insbesondere das Weitergeben der Informationen durch die Führungskräfte – in der Vergangenheit oft nicht wirklich funktioniert. Viele Informationen wurden nur teilweise, verwaschen oder gar nicht weitergegeben und auch die jeweiligen Hilfsmittel wie Präsentationen, Sprechpapiere usw. haben nicht wirklich geholfen.

Das persönliche Gespräch sollte heute also deutlich gezielter eingesetzt und als ergänzende Kommunikation verstanden werden. Das persönliche Gespräch eignet sich insbesondere für Austausch-, Feedback- und Fragerunden. Hier geht es dann nicht darum, Informationen zu verteilen oder weiterzugeben, sondern sich mit den Informationen intensiver zu beschäftigen. Diese Gespräche sollten dann auch gezielt benannt und angekündigt werden, damit sich die Teilnehmenden auch darauf einstellen und vorbereiten können (z. B. Fragerunde zum Thema X, Feedback zu den ersten Erfahrungen mit Y, usw.).

Für das bloße Verteilen von Informationen sind andere Möglichkeiten häufig besser, da sie eine 1:1 (also identische) Weitergabe der jeweiligen Informationen besser sicherstellen. Dennoch sind natürlich bereits etablierte Formate wie Betriebsversammlungen, Town Halls oder auch Shopfloor-Runden weiter zu nutzen. Allerdings sollten die Erwartungen, dass die Informationen auch wirklich ankommen und „hängen bleiben“, nicht zu hoch sein, wenn nicht zusätzlich andere Formen der Kommunikation genutzt werden.

Medien

Heutzutage können wir eine Vielfalt von Medien einsetzen, um die Kommunikation von Veränderungsinitiativen zu stärken. Mit Hilfe der geeigneten Tools und Anwendungen können wir relativ schnell verschiedene kommunikative Inhalte wie Posts, (animierte) Videos, Webseiten und andere Dinge erstellen. Hierbei können wir auch ganz verschiedene Stile nutzen und so immer wieder erneut für Interesse und Aufmerksamkeit sorgen – manche Dinge können eher humorvoll oder viral gestaltet werden, andere dagegen eher üblich und nüchtern ausfallen. Zudem bieten sich auch Interview-Situationen an, in denen Projektbeteiligte, Personen aus dem Management oder auch Mitarbeitende vor Ort ihre Sicht auf die Dinge schildern. Das ist häufig deutlich interessanter als vieles andere.

Diese Inhalte müssen im Übrigen gar nicht perfekt oder besonders professionell sein – Wirkung erzielen auch Formate, denen man ansieht, dass sie „echt und unpoliert“ sind.

Genauso können wir z. B. auch Podcasts nutzen – diese lassen sich manchmal besonders gut im Alltag integrieren.

So entstehen ganz verschiedene Info-Nuggets, die jeweils in kurzer Zeit konsumiert werden können und immer wieder für Abwechslung sorgen.

Gleichzeitig sollten wir auch „althergebrachte“ Möglichkeiten nicht vernachlässigen. Einen (echten!) Brief von der Chefin oder vom Boss bekommen wir schließlich auch nicht alle Tage. So kann ein Brief u. U. dann auch eine besondere Wertigkeit ausdrücken. Genauso haben Plakate, Dialogbilder u.ä. Dinge nach wie vor einen Platz in einer gut gestalteten Kampagne. Hier ausschließlich digital zu agieren, ist in den meisten Fällen nicht wirklich zielführend.

Aufgaben

Kommen wir jetzt zu weiteren Möglichkeiten, die heute vielleicht noch selten genutzt werden. Wir können zusätzlich auch ganz unterschiedliche Aufgaben oder Challenges für unsere Kommunikation nutzen. Mit Hilfe digitaler Tools lassen sich eine ganze Reihe unterschiedlicher Aufgaben gestalten: Angefangen von interaktiven Inhalten mit Quiz-Elementen bis hin zu Digitalen Schnitzeljagden und Escape Games ist vieles möglich. Hierbei sollte der spielerische Gedanke nie zu kurz kommen. Schließlich sind die motivationsfördernden Aspekte von Gamification-Ansätzen inzwischen klar belegt. So können dann auch Challenges für ganze Teams wie „wer schafft es zuerst, die Umsetzung vollständig abzuschließen“ oder „wer implementiert die beste Lösung“ gestaltet werden. Zudem bietet sich auch das Verteilen von Badges oder das an Bedingungen geknüpfte Erreichen von Levels für Einzelpersonen oder Gruppen an. So wird der Spieltrieb geweckt und für zusätzliche Motivation gesorgt. Zudem wird gleichzeitig auch klar, wer keine oder wer ggf. besonders intensive Unterstützung braucht.

Eine weitere Möglichkeiten sind echte Experimente oder Laborsituationen, in denen die neuen Dinge ausprobiert oder sogar mitgestaltet werden können (Stichwort Maker Space und FabLab).

Fazit

Wenn wir mit ganz unterschiedlichen Formen und Möglichkeiten kommunizieren, ist eine große Anzahl von Wiederholungen gar nicht schwer zu realisieren. Zudem können wir verschiedene Inhalte sicher auch mehrfach nutzen, in dem wir sie in abwechslungsreiche Formate einbinden. Grundsätzlich ist eine clevere Kombination natürlich wichtig. Ein guter Mix wird am besten schmecken und die deutlichste Wirkung entfalten.

Insgesamt ist es deutlich leichter und günstiger als vielleicht vermutet, vielfach wiederholt und abwechslungsreich zu kommunizieren: Ideen werden nach einer entsprechenden Auseinandersetzung zahlreich vorhanden sein und auch die geeigneten Tools sind schnell gelernt und einsatzbereit.

Wer mehr dazu wissen möchte, wie ein guter Mix gestaltet werden kann oder welche Anwendungen und Tools hier besonders hilfreich sind, kann mich gerne ansprechen.

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